Bis dass der Tod sie scheidet (Elizabeth Allen) USA 2015

Es handelt sich bei „Bis dass der Tod sie scheidet“ um die spannende, auch erotische Variante eines klassischen Erzählmotivs: „Das Mörderische Dreieck“. Anders als in z.B. „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ schliddert der 18-jährige Doug (Nick Jonas) nichtsahnend und weitesgehend hormongesteuert ins Unglück. Im Grunde ist er das ideale Werkzeug für die verführerische Mörderin. Es ist auch eine Coming-of-Age-Geschichte und lebt von der schauspielerischen Qualität der beiden Protagonisten.

Es gibt drei gravierende Schwachpunkte: Wieso heiratet die attraktive Lena (Isabel Lucas) überhaupt ihren Mann, den Unternehmer Elliot (Dermot Mulroney), der die Verkörperung eines wohlhabenden Scheusals ist? Welche Gründe – außer pekuniären – gibt es dafür? Wieso schließt er eine Lebensversicherung über 10 Millionen Dollar ab? Das passt doch gar nicht zum notorisch misstrauischen Elliot und ist eigentlich völlig überflüssig. Denn bei seinem Ableben wäre Lena doch die Alleinerbin. Also, was soll der ganze Humbug mit der Versicherung, zumal es ja einiges zu erben gibt? Elliots Charakter ist auch zu eindimensional angelegt. Er wird ausschließlich geldgierig und gewalttätig skizziert. Es wäre schön gewesen, seine Persönlichkeit brüchiger zu gestalten, ihm andere, auch positive Eigenschaften zuzubilligen.

Der zweite Schwachpunkt ist die polizeiliche Ermittlungsarbeit. Hier darf der gemütliche Dorfsheriff Big Jack mit seinem einfach gestrickten Deputy zusammen mit der jungen Versicherungsagentin Angie im Todesfall ermitteln. Genau wie in „Fargo“ keine Spur von professionellen Kriminalbeamten der Mordkommission. Schon ein bisschen merkwürdig.

Der dritte Schwachpunkt ist der gravierendste und einfach nur ärgerlich. Er betrifft das Ende des Films. Da überlässt die Mörderin zusammen mit ihrer Komplizin, der Versicherungsagentin, Doug ein angeblich entlastendes Beweisstück. Anschließend fliehen die beiden mit einem Wasserflugzeug, womit sie auch auf die Versicherungssumme verzichten. Alles für die Katz kann man da nur sagen. Dümmer geht’s nimmer. Zum einen kauft man das den geldgierigen Frauen nicht ab, zum anderen ist das undramatisch. Wäre doch wunderbar gewesen, wenn Doug nun des Mordes verdächtigt und angeklagt worden wäre. Damit hätte man doch nur die wichtigste aller dramaturgischen Regeln erfüllt, nämlich dem Protagonisten das Leben so schwer wie möglich zu machen! Kurz vor dem Schuldspruch hätte Doug in Zusammenarbeit mit dem Sheriff dem Komplott auf die Schliche kommen können.

So endet alles mit einer rhetorischen Frage des Helden: Hättest du anders gehandelt? Da kann man nur sagen: Teils, teils. Auf die leibhaftige Versuchung in Gestalt der bildhübschen Lena hätte sich wohl nicht nur jeder Mann eingelassen. Aber einer Totschlägerin bei der Beseitigung einer Leiche zu helfen, ist schon ein anderes Kaliber. Das ist nämlich eine schwere Straftat, die eigentlich stärkere Skrupel beim Helden hätte hervorrufen müssen.

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