Die letzten beißen die Hunde (Michael Cimino) USA 1974

Schon die Eröffnungsszene deutet daraufhin, dass man in diesem bleihaltigen Roadmovie nicht alles ernst nehmen sollte. Gangster „Red Leary“ betritt eine Kirche, in der gerade ein Gottesdienst stattfindet. Er eröffnet das Feuer auf den Prediger „Thunderbolt“ (Clint Eastwood), der wie durch ein Wunder nicht getroffen wird und fliehen kann. Einer von den vielen Hollywood-Unverwundbaren. Wer mal etwas Gegenteiliges erleben möchte, dem sei zum Beispiel „Lone Survivor“ von Peter Berg empfohlen. „Die letzten beißen die Hunde“ ist ein Roman von Max Pierre Schaeffer und hat mit diesem Film aber auch gar nichts zu tun (ich dachte, Buchtitel sind geschützt?). Abgesehen davon ist der Filmtitel nicht sonderlich originell und müsste – wenn schon, denn schon – eigentlich „Den letzten beißen die Hunde“ heißen, weil Red Leary, und sonst keiner, am Ende von einem Wachhund getötet wird.

Schön sind die Landschaftsaufnahmen und die Unbekümmertheit, mit der Michael Cimino in seinem Debütfilm zu Werke geht. Er hat überhaupt keine Berührungsängste mit Handlungsunlogik oder machohaftem Gehabe. Die Gangster, die anfangs ohne Vorwarnung rumballern, machen plötzlich mit Thunderbolt und Lightfoot (Jeff Bridges) gemeinsame Sache. Warum? Egal. Neben dem durchgeknallten Fahrer eines aufgemotzten Wagens, der die beiden ein Stückchen mitnimmt, befindet sich ein Waschbär, im Kofferraum dutzende von Kaninchen. Manchmal schmunzelt man über die Absurditäten oder über die Dialoge, die teilweise unfreiwillig originell, machohaft oder auch einfältig sind. Spannung entsteht zu keiner Zeit. Trotzdem verbreitet der Film gute Laune. Das liegt an Ciminos Rücksichtslosigkeit, an seiner Liebe zum Film und dem 70er-Jahre-Zeitgeist. Dass er es besser kann, hat er 1978 mit „The Deer Hunter“ bewiesen.

7 Emojis zur Bewertung eines Spielfilms, hier 3 blaue Smileys und 4 schwarze traurige Gesichter für "Die letzten beißen die Hunde"