The Trip (Tommy Wirkola) N 2021

2021 war ein schlechtes Erntejahr. Ein sehr schlechtes sogar. Insofern wundert einen dieser unglaubwürdige Pseudothriller mit Splatter-Einlagen nicht. Dominiert wird „The Trip“ von Figuren, denen man selbst in einem düsteren Film nicht begegnen möchte. Das Problem ist nicht, dass die Protagonisten unsympathisch sind. Das Problem ist, dass sie uninteressant sind (s. 4. Kapitel der „7 Säulen der Filmgestaltung“). Da ist zum einen der ca. 40-jährige Fernsehregisseur Lars, flankiert von seiner Ehefrau, der Schauspielerin Lisa. Obwohl sie in wohlsaturierten Verhältnissen leben (Reihenhaus, Gärtner, Mercedes, Blockhütte am See, Boot), haben sie nichts Besseres zu tun, als sich auf der Fahrt ins Wochenende gegenseitig ihr berufliches Versagen vorzuwerfen. Das ist nicht nur angesichts ihres Wohlstands schwer nachzuvollziehen. Selbst wenn die finanziellen Probleme vakant wären, würde sich ein Paar gegen Ende ihrer Beziehung kaum so unterhalten. Man hätte sich arrangiert, würde aber nicht jeden Tag die selbe Schallplatte auflegen.

Nicht nur dieser Aspekt zeigt die gestalterischen Limitierungen der Filmemacher. Das Naheliegende ist nie originell, meist auch nicht glaubhaft und schon gar nicht dramatisch. Die Lösung wäre das Gegenteil gewesen: Lars hätte sich auf ihrer letzten Fahrt überaus freundlich und zuvorkommend verhalten können. Das hätte Lisa misstrauisch machen müssen und so hätte sie ihm auf die Schliche kommen können. Stattdessen regiert der Zufall, denn auch Lisa will ihren Gatten just an diesem Wochenende beseitigen. Zusätzliches Motiv für beide ist eine Lebensversicherung über mehrere Millionen Kronen. Wozu diese Absicherung der kinderlosen Ehepartner, die sich nach eigenem Bekunden von Anfang an nicht sonderlich grün waren? Würde eine derartige Vertragssumme nicht das Misstrauen einer Versicherung hervorrufen? Spätestens im Schadensfall, womit ihre morbiden Pläne sowieso hinfällig wären.

Zu Fall kommen, kann man bekanntermaßen auf verschiedene Weise, aber auch durch Zufall. Ausgerechnet an diesem Wochenende können drei Schwerverbrecher aus dem Gefängnis entfliehen. Norwegen ist ein großes Land, aber natürlich kreuzen die Gangster bei ihrer Flucht das Gelände der Blockhütte, um beim blutrünstigen Treiben mitzumischen. Nachdem der Gärtner als erstes dran glauben musste, benötigt man schließlich Frischfleisch. Das Gemetzel dauert über zwei Stunden. „The Trip“ ist nur empfehlenswert für Sadomasochisten und Freunde schlecht gemachter Thriller.

7 Emojis zur Bewertung eines Spielfilms, hier 7 schwarze traurige Gesichter für "The Trip"