Attack the Block

GB 2011
Länge: 88 Min., FSK: 16
Produktion: Big Talk Productions u.a.
Drehbuch + Regie: Joe Cornish
Kamera: Thomas Townend
Musik: Steven Price, Basement Jaxx
Montage: Jonathan Amos
Darsteller: John Boyega, Jodie Whittaker u.a.
Verleih: Universum Film

Genre: Science-Fiction-Horrorkomödie
Erzählmotiv: Der Gefährliche Ort
Suspense: partiell vorhanden
Held(en): Ghettokids
Gegenspieler: blutrünstige Aliens
Stimmung: rabenschwarz
Bewertung: 5 von 7 Sternen
Stream: nicht verfügbar
Datenträger: Blu-ray, DVD

„Attack the Block“ ist eine erfrischende und hemmungslose Science-Fiction-Horrorkomödie, rabenschwarz und politisch unkorrekt bis zum Abwinken.

Man merkt, dass Joe Cornish von Haus aus Komiker ist und aus Großbritannien kommt. Außerdem erzählt er hier eine ganz einfache Geschichte, die sich in nur einer Nacht in bzw. in der Nähe eines heruntergekommenen Wohnblocks abspielt – ein Prototyp der aristotelischen Dramentheorie von den drei Einheiten (Zeit, Raum, und Handlung). Eben jene erinnert auch an „Assault – Anschlag bei Nacht“ von John Carpenter, der wiederum auf „Rio Bravo“ von Howard Hawks beruht.

Die Geschichte

Guy Fawkes Night in einem Südlondoner Ghetto. Feuerwerk am Himmel. Als die Jugendgang unter ihrem 15-jährigen Anführer Moses die junge Krankenschwester Sam überfällt und ausraubt, kracht ein glibberiges Alien neben ihnen zu Boden. Mit Feuerwerkskörpern und Knüppeln können sie das außerirdische Wesen erledigen. Aber da fallen auf mysteriöse Weise noch weitere Aliens vom Himmel und die entpuppen sich als blutrünstige Monster. Die Jugendgang und Sam verschanzen sich im Hochhaus. Gemeinsam nehmen sie den Verteidigungskampf auf. Am Ende kann Moses die Monster mit einer Gasexplosion ins Jenseits befördern.

Stärken

Außer seiner Konzentration und seiner Hemmungslosigkeit wartet „Attack the Block“ noch mit einer ganzen Riege von originellen Figuren auf, die allesamt hervorragend besetzt sind. Die Monster sind bärenähnliche, pechschwarze Raubtiere ohne Augen, dafür mit riesigen Fangzähnen ausgestattet. Sie verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern sind auf gruselige Weise auch originell. Manchmal sind wir über ihre Anwesenheit informiert, nicht aber die Protagonisten. Das sorgt natürlich für Adrenalin (Suspense). Die Dialoge sind rotzig, so wie Straßenkinder sich eben unterhalten.

Protagonisten

Am Anfang sind unsere Ghettokids die Bösen – immerhin rauben sie zu fünft eine wehrlose junge Frau aus. Aber nach und nach entwickeln sie sich zu echten Helden, die Stellung beziehen und sie halten. Sie geben sich knallhart, haben aber moralische Werte: Als sie feststellen, dass sie eine geringverdienende Krankenschwester überfallen haben, bedauern sie ihren Übergriff. Für sie ist es auch Ehrensache – im Gegensatz zu alarmierten Ordnungshütern -, ihr Revier gegen die Außerirdischen zu verteidigen. Richtige Reue stellt sich ein, als sie erfahren, dass Sam im gleichen Hochhaus wohnt: „Wenn wir gewusst hätten, dass du hier im Block wohnst, hätten wir dich nicht überfallen.“ Nachdem sie sich zusammengerauft haben, stecken die Jungs ihr als Zeichen des Respekts den geklauten Fingerring wieder an. Überhaupt ist diese Annäherung der Ghettokids an Sam eines der Highlights der Horrorkomödie. Sehr schön auch, wie der verwundete Pest die Krankenschwester verwundert fragt, warum ihr Freund, der Arzt ist, Kindern in Ghana hilft, aber nicht denen hier bei uns? Gute Frage. Darauf hat Sam erst mal keine Antwort. Sehr schön auch die beiden 10-jährigen Kids, die gern zur Jugendgang gehören würden. Ihre Aufnahmeprüfung haben sie eigentlich erfolgreich bestanden, indem sie ein Alien mit Benzin aus ihrer Wasserpistole bespritzen und dann anzünden.

Fazit

Am Ende von „Attack the Block“ wird Moses zwar wieder, wie schon zu Beginn, von der Polizei abgeführt. Aber dieses Mal skandiert die Menge, die sich vor dem Block versammelt hat, seinen Namen. „Moses, Moses“, hallt es durch die Nacht und zum ersten Mal huscht ein Lächeln über das Gesicht des sonst so ernsten Jungen. Schönes Ende eines originellen, kurzweiligen und rabenschwarzen Films.

7 Emojis zur Bewertung eines Spielfilms stellvertretend für die 7 Säulen der Filmgestaltung, hier 5 blaue Smileys und 2 schwarze traurige Gesichter für Joe Cornishs "Attack the Block".

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