Wellers Filmblog

31.05.2026

Deutscher Filmpreis 2026

Okay, das war jetzt keine große Überraschung, dass der Hofstaat „Des Kaisers neue Kleider“ aufs Podest gehoben hat (s.a. Filmkritik zu „In die Sonne schauen“).
Interessanter ist schon, was Ehrenpreisträger Wim Wenders zum Begehren der Schauspielerin Nastassja Kinski mitzuteilen hat. Die war nämlich als 13-Jährige in seinem 1975 gedrehten Werk „Falsche Bewegung“ halbnackt zu sehen. Immerhin gibt Wim Wenders zu, derartige Szenen heute nicht mehr so zu drehen. Das könnte man als Ansatz einer Selbstreflexion interpretieren. Aber in der Sache ist der Regisseur bockig und verwahrt sich vor Eingriffen ins „Kulturerbe“. Lassen wir mal das Moralisieren beiseite, also so etwas wie Anstand oder Respekt, dann verbleiben immer noch das Persönlichkeitsschutzrecht und das Filmhandwerk. Das Gesetz ist eigentlich ziemlich eindeutig und gibt jedem das Recht über die Darstellung der eigenen Person zu bestimmen. Auch im Nachhinein. Handwerklich wäre es allemal ein Vorteil, diesen Langweiler zu kürzen. Also Wim, raus damit!
Ach ja, „Das Kanu des Manitu“ hat den Filmpreis für den besucherstärksten Film erhalten.

25.05.2026

DOGMA 25 Germany

1995 entwickelten dänische Filmemacher ein Manifest zur Produktion von Spielfilmen: das DOGMA 95. Der verständliche Wunsch, sich von „eingefahrenen“ Erzählmustern abzuheben, war im Kern nichts anderes als eine mit religiösem Eifer angestimmte Hymne an die Unprofessionalität (s.a. Filmkritik zu „Rachels Hochzeit“ von Jonathan Demme). Eine Generation später haben die Dänen ihr Manifest erneuert. Deutsche Filmemacher fühlten sich jetzt ermuntert, ein eigenes Regelwerk zu entwerfen: das DOGMA 25 Germany. Aus den 10 postulierten Regeln ergeben sich 10 Anmerkungen und Fragen:

1. Das Drehbuch wird original und handschriftlich von den Regisseur:innen verfasst.
Ein Drehbuch ist doch kein Testament! Es hat doch die Funktion eines Bauplans, in den dann diverse Gewerke eingebunden werden. Es dient im wesentlichen der Entwicklung, Optimierung und Realisierung einer Geschichte. Es bedarf einer Reibung, d.h. der Kommunikation mit anderen Menschen. Teamwork. Voraussetzung dafür ist aber die Lesbarkeit der skizzierten Handlung, ein Verständnis für konflikthafte Interaktionen der eingeführten Personen. Der Text eines handschriftlich verfassten Drehbuches wäre bei üblichen Korrekturen (Streichungen, Einschüben usw.) wohl nur schwer zu entschlüsseln, mal ganz abgesehen von der Lesbarkeit der jeweiligen Handschrift. Soll diese Regel einen produktiven Dialog zur Optimierung eines Stoffes verhindern?

2. Mindestens die Hälfte des Films muss ohne Dialog auskommen.
Es gibt exzellente Filme, in denen sehr viel geredet wird, zum Beispiel „Der Tod und das Mädchen“ von Roman Polanski oder „Casino“ von Martin Scorsese. Dann gibt es schlechte Filme, in denen viel geredet wird, zum Beispiel „Death Proof“ von Quentin Tarrantino oder „Manta Manta – Zwoter Teil“ von Til Schweiger. Desgleichen existieren exzellente und schlechte Filme, in denen wenig geredet wird. Ein Zusammenhang zwischen der Qualität einen Spielfilms und der sparsamen Verwendung von Dialogen ist nicht erkennbar. Also was hat die Quantität mit der Qualität zu tun?

3.  Das Internet wird aus allen kreativen Prozessen ausgeschlossen.
Das Internet kann doch – u.a. – als technisches Hilfsmittel fungieren, zum Beispiel bei den Recherchen eines Filmstoffes. Derartige Hilfsmittel hat es doch gerade bei Filmproduktionen immer gegeben. Also, warum sollte man bei der Entwicklung und Optimierung von Filmerzählungen auf technische Hilfsmittel verzichten?

4. Wir akzeptieren nur Finanzierungen ohne inhaltliche Auflagen.
Finanzierungen erfolgen doch auf Grundlage eines Drehbuches, für das ausschließlich die Filmautoren verantwortlich sind. Fälle inhaltlicher Einflussnahme gibt es doch nur partiell. Bei der Filmförderung wurde selbst der groteske „Diversitätsbeirat“ aus der Novellierung des FFG gestrichen. Bei TV-Produktionen kann man sie in seltenen Fällen antreffen, da aber meist in Form von vorauseilendem Gehorsam. Also betreffen die Ängste und Sorgen der Verfasser in erster Linie die eigenen Fähigkeiten, den Inhalt ihrer Geschichten zu verantworten?

5. Nicht mehr als 10 Personen hinter der Kamera.
Wieder eine Zahl! Was hat die Anzahl der Crew-Mitglieder mit der Qualität eines Spielfilms zu tun?

6. Der Film muss dort gedreht werden, wo die Handlung spielt.
Es gibt eine Fülle von hervorragenden Spielfilmen, die aus guten Gründen nicht an Originalschauplätzen hergestellt wurden, zum Beispiel „Lohn der Angst“ von Henri-Georges Clouzot, „The Revenant“ von Alejandro G. Iñárritu oder „Ein kleines Stück vom Kuchen“ von Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha. Warum sollte es zur Qualität eines Spielfilms beitragen, wenn er dort gedreht wird, wo die Handlung spielt?

7. Wir dürfen kein Make-Up verwenden oder Gesichter und Körper manipulieren, es sei denn, dies ist Teil der Erzählung.
Nun verhält es sich aber so, dass die menschliche Haut eine natürliche Fettschicht hat, die bei Einstrahlung von Scheinwerfer- oder Sonnenlicht reflektiert. Das menschliche Auge kann im Gegensatz zu Video- oder Filmkameras auftretende Reflexionen sehr gut adaptieren. Anders ausgedrückt: Gerade die Verwendung von Make-up sorgt für eine natürliche Wahrnehmung des Aufnahmematerials. Welchen Sinn macht es, auf dieses Hilfsmittel zu verzichten, um Irritationen vorzubeugen?

8. Alles, was mit der Produktion des Films zu tun hat, muss gemietet, ausgeliehen, gefunden oder wiederverwendet werden.
Jede Filmerzählung sollte eine Originalität und Individualität besitzen. Warum sollte die Anschaffung eines erforderlichen Produkts – ob nun technische Apparaturen, Requisiten usw. – Auswirkungen auf die Qualität eines Films haben?

9. Der Film muss innerhalb von einem Jahr fertiggestellt werden.
Schon wieder eine Zahl! Was soll das? Wo ist der Zusammenhang zwischen einem zeitlich limitierten Herstellungsprozess und der Qualität eines Spielfilms?

10. Mach diesen Film, als wäre es dein Letzter. 
Welchen Vorteil sollte diese Haltung haben? Geht es um Mut, um Risikobereitschaft? Aber welchen Sinn ergibt die Risikobereitschaft bei der Produktion eines schlechten Films?

Zusammenfassende Schlussfrage an unsere Subventionsfilmer:
Wieso ist das Filmhandwerk, insbesondere die Dramatisierung einer Erzählung, im gesamten Regelwerk kein Thema?

02.01.2025

Novellierung des Filmförderungsgesetzes (FFG)

Deutscher Bundestag, 19.12.2024

Eine Behörde verlangt von ihren Förderempfängern, bei der Arbeit recyceltes Klopapier zu verwenden, das zu 90% aus Altfasern besteht. Klingt nach der Synopsis eines duschgeknallten Science-Fiction-Films. Leider ist das hierzulande bittere Realität. Real-Satire wäre zu verniedlichend. Verantwortliche Behörden sind die Filmförderungsanstalt (FFA) in Tateinheit mit der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM). Letztere Behörde hat jetzt zusammen mit der Bundesfinanzbehörde (BMF) kurz vor Jahresende mit der Novellierung des Filmförderungsgestzes (FFG) noch einmal zugeschlagen. Weniger Bürokratie soll es sein, schnellere Entscheidungen, Stärkung der Filmwirtschaft. Filmwirtschaft? Welche Filmwirtschaft? Ich kenne nur die Filmhauskneipe in Hamburg. Ansonsten haben wir in Deutschland den Subventionsbetrieb sowie steuer- und werbefinanziertes Fernsehen von fragwürdiger Qualität.

Am kreativsten aber ist die Idee, den Produktionsfirmen Themen wie Klimaschutz, Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion usw. zu verordnen, koordiniert und kontrolliert von einem sogenannten Diversitätsbeirat. Nein, immer noch kein Science-Fiction. Die meinen das ernst. Zum Glück hat die FDP diesen Punkt blockiert. Soll noch mal einer was gegen die FDP sagen. Die permanente Produktion von langweiligen, depressiven und infantilen Filmen ist fürs BKM offensichtlich kein Ding. Das ist okay. Hauptsache es wird politisch korrekt abgeführt. Da fällt mir folgendes ein: Wieso gibt es eigentlich keinen Dramaturgiebeirat, der den Filmemachern auf die Finger sieht, ob sie sich bei ihren Produktionen an dramaturgischen Grundlagen orientieren, die mit Suspense, prägnanten Figuren versehen sind und Hoffnung verbreiten. Würde ja Sinn machen. Was würde wohl Ernst Lubitsch zu diesem Treiben sagen? In jedem Fall würde er sich Grabe umdrehen.

„Auberginen statt Schnitzel“
Wie Maria Furtwängler Klimaschutz ins TV bringen will

DER SPIEGEL 40/2024
25.09.2024

Auf einer Berliner Klimakonferenz regte Tatort-Mimin Maria Furtwängler an, dem Klimaschutz im TV mehr Raum zu geben. So sollten in der szenischen Darstellung auch mal Auberginen anstelle von Fleisch auf den Grill kommen und ein Porsche nicht als erstrebenswertes Statussymbol dargestellt werden. Asche auf ihr Haupt.
Nur, wer moniert, dass die meisten deutschen Fernsehfilme tödlich langweilig, handwerklich nicht gut gemacht sind? Wo können wir denn einen kunstgerechten Spannungsaufbau und originelle Figuren sehen? Wo sind Suspense-Geschichten? In welchen Filmen werden wir denn von einer brillanten Kameraarbeit, Dialogen oder Montage in den Bann gezogen? Was haben Klimaschutz oder andere politisch korrekte Themen denn mit Qualität von Filmen zu tun?

Foto einer bläulich lasierten Holzwand.

Štěpán Altrichter:
„Lasst uns mal weniger beschissene Filme machen!“

Ein Interview in der Berliner Zeitung vom 07.01.2023

Hallo Štěpán,
leider ist das Kind hier in Deutschland vor exakt 90 Jahren in den Brunnen gefallen. Eine Reanimation wäre komplex, wenn nicht unmöglich. Mut alleine löst die Probleme nicht. Was nützen mutige Entscheider, wenn die Stoffe allenfalls gutgemeint, meist aber langweilig, depressiv oder infantil sind? Es fehlt handwerkliches Know-how und Bewusstsein allerorten, nicht nur bei den Entscheidern. Das Feld ließe sich nur mit einer filmsprachlichen Grundalphabetisierung düngen. Bis dahin ergibt sich die Frage, wie die Produktion und Rezeption von gut gemachten deutschen Spielfilmen ohne Beschäftigung mit Erzählmotiven, Dramaturgie und Entwicklung prägnanter Figuren möglich sein soll?
Beste Grüße, Klaus Weller

Ein farbiges, impressionistisches Ölgemälde, das ein Kino und eine regennasse Straße bei Nacht zeigt.

Warum überhaupt einen Filmblog?

Gibt doch schon etliche. Wieso noch einen? Eigentlich ist Corona schuld. Man hat plötzlich Zeit für Dinge, zu denen man sonst nicht kommt: Zum Beispiel der Frage nachzugehen, welche Spielfilme eigentlich die besten sind? Die Recherchen auf den Portalen einschlägiger Institutionen waren teilweise ernüchternd, der Auslöser für Wellers Filmblog.

Warum ist eine fundierte Beurteilung von Spielfilmen so schwierig?

Ein farbiges Foto, dass zwei Hände vor einem weißen Hintergrund zeigt. Der Daumen der linken Hand zeigt nach unten, der Daumen der rechten Hand nach oben als Symbol für die Schwierigkeit von fundierten Beurteilungen. Wellers Filmblog schafft Abhilfe.

Liegt es an mangelndem Bewusstsein? Liegt es an der relativ jungen Kunstgattung? Wären ähnliche Fehleinschätzungen zum Beispiel in der Musik denkbar? Würden nicht die meisten Zuhörer eines missklingenden Konzerts sofort davonlaufen? Wie kann man denn einen dissonanten Spielfilm von einem wohlklingenden unterscheiden?

Welches sind die besten Spielfilme aller Zeiten?

Eine farbige Grafik, die ein Siegerpodest zeigt: Auf dem linken Treppchen ist der silberfarbene zweite Platz, auf dem höchsten Treppchen in der Mitte der goldfarbene erste Platz und auf dem rechten Treppchen der bronzefarbene dritte Platz.

Das „American Filminstitute“ führt immer noch den Kritikerliebling „Citizen Kane“ auf Platz 1. Für die „Fachzeitschriften“ „Cinema“ und „FILM.TV“ ist die Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ die Nummer 1. Allerdings haben beide Filme in einer fundierten Bestenliste nichts verloren. Auf der Internet Movie Database (IMDb), einer US-amerikanischen Datenbank, haben registrierte Benutzer „Die Verurteilten“ zum besten Film erkoren. Schon viel besser. Scheinbar haben die Zuschauer ein besseres Gespür für die Qualität von Filmen als die Kritiker. Aber …

Hat die Beurteilung von Filmen etwas mit Geschmack zu tun?

Ein farbiges Foto, das drei Labormitarbeiter in weißen Kitteln und sechs Probanden in dunkler Alltagskleidung beim Testen von Speisen zeigt.

Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen trefflich streiten. Aber auch der ist nicht relativ. Ob etwas gut schmeckt oder nicht, hängt letztlich von der Qualität seiner Zutaten und seiner Zubereitung ab, genauso wie bei der kunstgerechten Gestaltung eines Films.

Welche Zutaten könnten es sein?

Hart ausgeleuchtetes, fast farbloses Foto einer Herdplatte, auf der sich mehrere Kochtöpfe befinden. Von einem ist der Deckel abgenommen und Dampf steigt auf.

Die Fachzeitschriften „TV Spielfilm“ und „TV Movie“ haben fünf Kategorien in ihrer Bewertung: Humor bzw. Spaß, Anspruch, Action, Spannung und Erotik. Die vergebenen Punkte visualisieren die Wertung. Daraus ergeben sich u.a. folgende Fragen: Ist die Abwesenheit oder Existenz von Erotik ein Qualitätsmerkmal? Gerät das Fehlen jeglichen Humors einem Film wie z.B. „Fahrraddiebe“ zum Nachteil? Wer denkt bei der vollen Punktzahl für „Anspruch“ nicht an Langeweile? Okay, dieses Modell ist für eine fundierte Bewertung also nicht wirklich tauglich. Die Online-Portale „Filmstarts“ oder „Moviepilot“ verraten ihre Kriterien gar nicht, dafür gibt es jede Menge Werbung.

Schwarzweiß-Foto von zwei gut gelaunten Pizzabäckern, die in ihrem Imbiss hinter der Theke stehen und jeder eine leckere Pizza in die Höhe halten.

Aus welchen Zutaten bestehen die besten Spielfilme?

Welche Kriterien sind denn relevant? Was ist denn gutes Filmhandwerk? Über allem steht folgendes Gebot: Ein Spielfilm darf den Zuschauer nie LANGWEILEN! Darunter gibt es SIEBEN Kategorien:

Die Filmkritiken von Wellers Filmblog befolgen ausschließlich handwerkliche Kriterien. Welche sonst? Sie zeigen Stärken, Schwächen und Optimierungsmöglichkeiten bei der Gestaltung auf.

Filmförderung beantragen?

"Für einen Neuanfang im Deutschen Film" lautet der Titel eines Konzeptpapiers zur Reform der deutschen Filmförderung der "Initiative Zukunft Kino + Film".

(Konzept der „Initiative Zukunft Kino + Film“ vom 15.06.2023)

Wozu Filmförderung?

Ist umständlich und bürokratisch, langwierig und langweilig. Die Produkte sind meist ein Abbild dieses qualvollen Prozesses.
Lösung: Einfach selber Filme drehen, ohne oder mit wenig Budget. Die technischen Voraussetzungen sind besser denn je. Vor nicht allzu viel Jahren kosteten Filmmaterial, Geräte oder Software viel Geld. Neueste Smartphones machen Aufnahmen in hervorragender Bildqualität. Nur der Sound benötigt kleinere Investitionen.

Ein geöffneter Aluminiumkoffer mit Bündeln von Geldscheinen.

Anleitung zur Produktion von No- und Low-Budget Filmen

Viel wichtiger als High-Budget ist der Spaß, die Freude, die Rücksichtslosigkeit und das Bewusstsein beim Drehen von Filmen, am besten so:

Die 7 Säulen der Filmgestaltung
1. Ideenentwicklung
3. Organisation
4. Geräte
5. Dreharbeiten
6. Videoschnitt
7. Vertrieb
Buchcover des Sachbuchs "der deutsche film kann gar nicht besser sein" von Joe Hembus im Schünemann-Verlag.

Das derzeit aktuellste Buch zur Lage des deutschen Spielfilms stammt von 1961

Der Titel ist eine Abrechnung mit der deutschen Filmproduktion der 50er Jahre. Auch prominente Regisseure werden hier zu Grabe getragen. Der 28-jährige Autor fordert einen radikalen Neubeginn.

Sein Befund zum deutschen Film: „Er ist schlecht. Es geht ihm schlecht. Er macht uns schlecht. Er wird schlecht behandelt. Er will auch weiterhin schlecht bleiben.“ Im Zentrum der Attacke stehen die Produzenten und Verleiher, die ohne Mut und Phantasie immer die gleichen Genres und Stoffe von immer denselben Regisseuren realisieren lassen und kein spürbares Interesse an einer Erneuerung haben. Der Blick des Autors geht natürlich nach Frankreich, wo inzwischen die Nouvelle Vague die Liebe des Publikums erobert hat. Und er geht zurück in die deutsche Filmgeschichte der zwanziger Jahre, die von großen Autoren, Regisseuren, Kameraleuten und Produzenten geprägt war. Auch wenn man mit den vernichtenden Urteilen von Hembus nicht immer einverstanden sein muss – der Tonfall beeindruckt.
(Hans Helmut Prinzler in www.hhprinzler.de)
Gebraucht bei booklooker.de ab 2 Euro –>

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2 Kommentare zu „Wellers Filmblog“

  1. Wann ist ein Film ein guter Film und was bedeutet „gut“.
    Sind Deine oder auch meine teils ähnlichen harten Kriterien ausschlaggebend?
Oder spiegeln sie nur wider, was wir persönlich für gut erachten.
    Die meisten haben nämlich andere Kriterien und warum sollten diese anderen Kriterien weniger wert sein.
    Gehen wir mal ein paar Jahre zurück. Im Netz haben sich haufenweise sogenannte Bestenlisten angesammelt. Die besten 25 / 50 / 100 Filme aller Zeiten. Geschrieben von Filmkritikern. Filmkritiker, die wie wir heute wissen, oft nicht die Meinung der Zuschauer teilen. Ein Beispiel der Klassiker Citizen Kane. Von Kritikern oft sehr weit oben eingestuft bei den besten Filmen aller Zeiten steht beim Zuschauer nicht besonders hoch im Kurs.
Bei der Verleihungszeremonie wurde der Film bei jeder Erwähnung vom Publikum ausgebuht. Viele Zuschauer mögen den Film nicht. Er wird als unlogisch und unverständlich empfunden, mit wenig Freude am Gucken. Auch finanziell war er ein Flop. Heute wissen wir dank Auswertungen von Zuschauerstimmen, dass viele den Film nicht mögen.
Nur durch hohe positive Kritiker stimmen alleine sollte es sehr fraglich sein, ob ein Film als gut eingestuft wird. Dem Zuschauer muss der Film auch gefallen. Ein weiteres Problem von Kritikerstimmen ist, das sie nur für einen Bruchteil der Zuschauerzahlen stehen, das die wenigen Kritiker stimmen ungerechterweise einen zu hohen Einfluss haben und zudem auch oft gekauft sind.
Die Marketingkosten eines Filmes sind heutzutage bei manchen Filmproduktionen genauso hoch oder sogar höher als die Kosten des Films an sich und es hat sich gezeigt, dass Filmstudios am effektivsten Marketing betreiben, wenn sie Filmkritiker für positives Feedback bezahlen. Dieses Phänomen erleben wir verstärkt in den letzten Jahren, besonders bei „Woke“ Produktionen. Als Beispiel Amazon wurde kürzlich mehrfach dabei erwischt, wie sie Filmkritiker gekauft hat und kaufen wollte für positive Stimmen in der Serie Ring of Powers. Genauso Marvels Disney im Film Captain America.
Manche Filmkritiker und Filmkritiker Seiten gehören sogar den Filmstudios, wie imdb, was zu Amazon gehört.
    Bestenlisten und Filmkritiker stimmen sind wenig aussagekräftig. 
Der eigene Geschmack, was einem selber am meisten Spass macht zu gucken, sollte entscheidend sein.
    Welcher Film ist nun ein „guter“ Film. Welcher Film gehört in die Top-Ranglisten.
Einerseits gibt es die Filme, die dem Publikum am meisten gefallen und die nach Gucken des Films begeistert sind.
Der Film muss objektiv nicht gut sein oder irgendwelche komplizierten Anforderungen erfüllen. Der Spass beim Gucken ist entscheidend.
    Die meisten Menschen wollen einfach nur gut unterhalten werden.
    Dann könnte man auch argumentieren, dass die Filme mit den höchsten Zuschauerzahlen und die den Filmstudios am meisten Profit eingebracht haben, die besten Filme sind. Besonders die Filmstudios würden wohl behaupten, die besten Filme aller Zeiten sind die finanziell erfolgreichsten.
Die finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten sind hauptsächlich Comicverfilmungen und viel Sci Fi / Abenteuer / Action.
    Es gibt Filme, die bei fast allen Kritikern „und“ fast allen Zuschauern gut ankamen
wie z.B. Die Verurteilten, der Pate 2, Alien, oder der kürzlich erschienene Top Gun 2
    Generell sehe ich aber eine allgemeine Top 20 Liste als schwieriges Unterfangen, dafür sind die Geschmäcker, Vorlieben und Alter der Zuschauer einfach zu verschieden,
wenn ich mir z.B. die Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten angucke, vermute ich, davon gefällt Dir lediglich Titanic.
    Konkret aus Deiner Liste gefällt mir persönlich Casino und Gran Tarino am besten.
    Gruß Til

    Antworten
    • Hallo Til,
      für mich sind bei einer Beurteilung von Spielfilmen in erster Linie handwerkliche Kriterien ausschlaggebend. Also, können sie Spannung erzeugen, mich fesseln, mich berühren, mich zum Lachen bringen, mich zum Nachdenken anregen, mein Leben bereichern? Für solche Wirkungen gibt es Gründe und die gilt es zu benennen. Dann ist für mich eine Filmkritik fundiert.
      Ein finanziell erfolgreicher Film muss nicht folgerichtig gut gemacht sein. Mich interessiert die Qualität eines Films, nicht die Quantität. Ich hoffe, mit dem Fokus auf das Handwerk einen kleinen Beitrag zum filmischen Bewusstsein zu leisten.
      Viele Grüße, Klaus

      Antworten

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