USA 1998, Länge: 98 Min., FSK: 12
Produktion: New Line Cinema u.a.
Regie: Brett Ratner
Drehbuch: Jim Kouf, Ross Lamanna
Kamera: Adam Greenberg
Musik: Lalo Schifrin
Montage: Mark Helfrich
Darsteller: Jackie Chan, Chris Tucker u.a.
Genre: Actionkomödie
Erzählmotiv: Kidnapping
Suspense: teilweise vorhanden
Held(en): schlagfertig
Gegenspieler: schlagkräftig
Stimmung: (un)schlagbar
Bewertung: 4 von 7 Sternen
Stream: Apple TV, freenet Video
Die Actionkomödie „Rush Hour“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass Film eigentlich ganz einfach funktioniert:
Man nehme ein originelles Odd-Couple-Paar, ein klassisches Erzählmotiv, nämlich Kidnapping, und schicke die Helden auf eine mit Gags und Stunts gespickte Verfolgungsjagd. Die ist zwar teilweise vorhersehbar und nicht sonderlich tiefschürfend, bietet dafür aber pure Unterhaltung. Und das ist doch schon mal eine ganze Menge.
Die Geschichte
Los Angeles. Nach der Entführung der Tochter des chinesischen Konsuls übernimmt das FBI die Ermittlungen. Allerdings wünscht der Konsul eine Zusammenarbeit mit Chief Inspector Lee (Jackie Chan) aus Hong Kong. Dieses Ansinnen versuchen die FBI-Agenten zu unterwandern, indem sie dem unliebsamen Helfer ihren unfähigsten Mitarbeiter, den großmäuligen Detective James Carter (Chris Tucker), zur Seite stellen. Dessen einzige Aufgabe besteht darin, Lee von den Ermittlungen fernzuhalten. Aber das ungleiche Gespann rauft sich im Verlauf des action- und bleihaltigen Geschehens zusammen und kommt dem Drahtzieher der Entführung auf die Schliche. Das ist nämlich kein Geringerer als der chinesische Botschafter Thomas Griffin, der sich als Boss des Juntao-Clans entpuppt. Beim Showdown werden alle Gangster vom ungleichen Duo ausgeschaltet.
Stärken
„Rush Hour“ nimmt keine Rücksicht auf irgendetwas. Warum auch? Er hat originelle, witzige Hauptfiguren, die auch immer mal wieder mit Selbstironie punkten. Sehr schön ist auch die Schadenfreude der FBI-Kollegen, als sie Carter mit der Betreuung von Inspector Lee aufs scheinbare Abstellgleis locken. Nach dem Kampf im Foo Chow Restaurant erfahren wir, wer hinter der Entführung steckt, während alle anderen Protagonisten – einschließlich unserer Helden – noch im Dunkeln tappen. Also es gibt Suspense. Sehr schön ist auch Inspector Lees Karatekampf beim Showdown, wie er einerseits versucht, die chinesischen Gangster außer Gefecht zu setzen, anderseits die kostbaren chinesischen Vasen vor Kollateralschäden zu bewahren.
Odd-Couple
„Rush Hour“ ist auch ein Beispiel für den dramatischen Ertragreichtum einer Odd-Couple-Konfiguration, also zweier gegensätzlicher Charaktere, die durch äußere Umstände aneinander gekettet sind. Detective James Carter (Chris Tucker) ist nicht der hellste unter der Sonne, eher ein tollpatschiges Großmaul, das gern mal mit seiner Knarre rumfuchtelt. Sein unfreiwilliger Partner ist der eher zurückhaltende aber – wenn’s drauf ankommt – trickreiche und schlagkräftige Chief Inspector Lee (Jackie Chan). Dann agiert er wie Charly Chaplin, ebenfalls in Zeitraffer, nur mit schwarzem Gürtel ausgestattet. Es macht einfach Spaß, den beiden dabei zuzuschauen wie sie sich mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes zusammenraufen.
Fazit
Wer mal auf der Suche nach einem wenig tiefschürfenden, dafür hemmungslosen und witzigen Unterhaltungsfilm ist, der wird mit „Rush Hour“ bestens bedient. Im Fahrwasser dieser erfolgreichen Actionkomödie entstanden bis heute zwei Sequels sowie eine Fernsehserie.


