6. Die Defätismusskala

Inmitten von acht abstrakten, strichförmigen Männchen, deren Mundwinkel nach unten geht, erstrahlt einer lachend und in güldenem Glanz als Symbol für "Die Defätismusskala"

Kluge, Truffaut und Hitchcock zur Defätismusskala in Spielfilmen:
Alexander Kluge: „Film darf nicht Trübsal blasen.“
Francois Truffaut: „Es ist, glaube ich, sehr problematisch, in einem Film ein Kind sterben zu lassen. Das grenzt schon an Missbrauch des Kinos. Was meinen Sie?“
Alfred Hitchcock: „Ich bin ganz Ihrer Meinung. Es ist ein schwerer Fehler.“

Demzufolge erhalten deutsche Depressionsfilme wie „Aus dem Nichts“ (Fatih Akin), „Das weiße Band“ (Michael Haneke) oder „Wolke 9“ (Andreas Dresen) null Punkte. Die maximale Punktzahl auf der Defätismusskala geht z.B. an die meisten Werke von Woody Allen, Ernst Lubitsch, Francois Truffaut oder Billy Wilder.

Ein kunstgerechter Spielfilm sollte Anregungen oder ein Gefühl der Gemeinschaft vermitteln können. Hoffnung oder Zuversicht klingen zwar moralisch, treffen es aber auch. Es müssen nicht Komödien mit Happy End, es können auch Dramen sein (s. TOP 20) oder Filme mit offenem Ende. Also welche produktiven Gefühle und Gedanken hinterlässt ein Film nach seinem Ende? Kann er seine Zuschauer zum Nachdenken anregen. Kann er sie beseelen? Hat er etwas mit dem Leben und der Vorstellungskraft normaler Menschen zu tun? Bedeutet er einen Verlust an Lebenszeit oder einen Gewinn? Das sind die Kernfragen in dieser Kategorie.

„Eigentlich geht es nur darum, das Leben derer, die Ihre Bücher lesen (oder Ihre Filme gucken, Anmerkung der Redaktion) … zu bereichern.“ Stephen King*