Die sieben Samurai (Akira Kurosawa) Japan 1953

„Die sieben Samurai“ ist einfach der Hammer! Das Actiondrama entführt den Zuschauer wie in einem Science-Fiction-Film in eine völlig fremde Welt mit anderen Regeln, Geboten und Widrigkeiten. Die Geschichte spielt im Japan des 16. Jahrhunderts und hat einen ganz einfachen Plot: Die Bauern eines kleinen Dorfes werden regelmäßig von grausamen Banditen überfallen. Zur Verstärkung engagieren sie sieben Samurai, mit deren Hilfe sie nach einem gnadenlosen Kampf die Angreifer bezwingen können.

Wie Akira Kurosawa hier über drei Stunden (!) die Spannung aufbaut, eskaliert und bis zum Anschlag treibt, ist schon grandios. Kunstgerecht wird die tödliche Gefahr in Gestalt der marodierenden Räuberbande sofort etabliert. Über drei Stunden ist sie ständig präsent, in den Beratungen der Dorfbewohner, in der Suche nach Hilfe, im Bau von Befestigungsanlagen, im Waffen-Training, in den Konflikten zwischen Bauern und Samurai bis zum finalen Kampf.

Kurosawa baut etliche Wendungen und Überraschungen ein, die die gesellschaftliche Spaltung zwischen den armen Bauern und der Kriegerklasse der Samurai deutlich machen. Zum einen fühlen diese sich verraten, als sie eine Rüstung von einem offensichtlich erschlagenen Samurai entdecken. Zum anderen fühlen die Dorfbewohner sich bedroht und haben Angst um ihre Frauen. Bei den Kampfszenen setzte Kurosawa zeitgleich mehrere Kameras ein und schuf so eine unglaubliche Dynamik.

Der eigentliche Star des Films ist Kikuchiyo (Toshiro Mifune), der eigentlich gar kein Samurai ist, sondern bäuerlicher Herkunft. Gerade deshalb kann er die Ängste und Nöte der Dorfbewohner verstehen. Er zeigt genauso viel Verständnis wie er ihnen ihre Versäumnisse vorhält. Die Härte und Schonungslosigkeit der Dialoge wirkt im Kontrast mit der kulturell bedingten Unterwürfigkeit der niederen Kasten noch intensiver. Von diesem Meisterwerk gibt es etliche Remakes. Wobei sich eigentlich gar nicht die Frage stellt, ob es nicht klüger wäre, davon lieber die Finger zu lassen. Eigentlich kann man dabei nur verlieren, pekuniäre Kriterien mal außen vor gelassen. Das veranschaulicht zum Beispiel die lachhafte Neuauflage „Die glorreichen Sieben“ von John Sturges.

Am Schluss von „Die sieben Samurai“ ziehen die überlebenden Krieger weiter. Sie werden nicht mehr benötigt. Ihre Kaste ist dem Untergang geweiht, visualisiert durch einen Schwenk über die Gräber der gefallenen Samurai. Anstelle von Kreuzen stecken ihre Schwerter aufrecht in den Gräbern. Das ist das Drama: Die Samurai haben für eine handvoll Reis ihr Leben aufs Spiel gesetzt, es entweder verloren oder stehen nun mit leeren Händen da. Ganz großes Kino!

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