Dolores Claiborne (Taylor Hackford) USA 1995

Puh, nach 25 Jahren noch einmal „Dolores Claiborne“ von Taylor Hackford angeschaut. Was für ein toller Film! Ein schnörkelloser Psychothriller mit herausragenden Schauspielerinnen. Oh, Kathy Bates, ist das gut! Brillante Dialoge, brillante Kameraarbeit. Die männlichen Figuren kommen ein bisschen schlecht weg. Sei’s drum. Bei einer fundierten Bewertung von Spielfilmen geht es um handwerkliche Qualität, nicht um Genderfragen.

Die Romanvorlage stammt von Stephen King, der kein Verfechter des Plottens ist, also der handlungsorientierten Storyentwicklung. Die meisten seiner Geschichten basieren auf einer Was-wäre-wenn-Figurenkonstellation. Hier: Was wäre, wenn eine Haushälterin, die ungestraft ihren Ehemann umgebracht hat, eines zweiten Mordes (an ihrer Arbeitgeberin) verdächtigt würde, den sie nicht begangen hat (aus „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King)? Man muss kein Freund aller seiner Geschichten sein. Aber er versteht sein Handwerk, genauso wie Taylor Hackford. Bezeichnenderweise gibt es von diesem Meisterwerk noch nicht einmal eine deutsch synchronisierte Blu-ray-Fassung. Er gehört in die TOP 20!

7 Emojis zur Bewertung eines Spielfilms, hier 7 blaue Smileys für "Dolores Claiborne"

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